Nach der Saison 2017 ist Schluss!

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Vielen Dank für 18 schöne Jahre! Nach der Saison 2017 ist Schluss!

Ich möchte auf diesem Wege ein paar persönliche Worte an diejenigen richten, die mich über meine Zeit als aktiver Sport unterstützt haben, die immer hinter mir standen, sich für mich und mit mir gefreut haben, aber auch in schwierigen Zeiten hinter mir standen.

Meine persönlichen Gründe

Ich bin aufgrund der Tatsache, dass ich nach Abschluss meines Studiums die Chance bekommen habe, die Leitung der neu gegründeten Niederlassung der Koopmann Gruppe im Raum Hamburg zu übernehmen, beruflich zunehmend eingespannt. Ich sehe dies als große Chance aber auch Herausforderung, mit der entsprechend viel Verantwortung verbunden ist. Ich möchte beruflich vorankommen und dieser Aufgabe meine volle Konzentration widmen.

Ich habe in diesem Jahr gemerkt, dass sich auf den Rennen nicht das Gefühl und der Biss vergangener Jahre einstellt. Ich bin nicht zu 100% im Rennmodus und schaffe es nicht mehr, meine gesamte Energie hinein zu werfen. Wenn aber nur ein paar Prozent fehlen, zieht man gegen die Profis den Kürzeren. Das ist nicht mein Anspruch. Ich möchte immer in der Situation sein 100% zu geben und habe mir geschworen einen Schlussstrich zu ziehen, wenn das nicht mehr gegeben ist.

Mir werden zunehmend mein beruflicher Erfolg sowie mein Privatleben wichtiger. Ich setze meine persönlichen Prioritäten mittlerweile anders. Ich möchte nach der Arbeit einfach auch mal Feierabend haben ohne noch die zusätzliche Arbeit in der Werkstatt, im privaten Büro oder für das Fitnesstraining zu haben. Als Rennfahrer hat sich bei mir das komplette Leben um den Sport gedreht. Die ganze Woche war nach dem Sport und den nächsten Wettkämpfen ausgerichtet. Jeder Tag der Woche war durchgeplant und meist gab es nur einen oder zwei freie Abende nach der Arbeit. Das kann man nicht ewig durchhalten ohne an einer anderen Stelle federn zu lassen.

Es ist immer schwierig den richtigen Moment zu erwischen, an dem man mit dem Sport aufhört. Momentan rufe ich nach wie vor noch eine recht akzeptable Leistung ab. Ich möchte es vermeiden noch auf der Bahn zu hängen wenn alle schon denken „was will der denn noch hier“. Ich habe nach wie vor viele Fans die für mich klatschen und die sich mit mir über meine Erfolge freuen. Ich möchte genau diesen Moment nutzen um „goodbye“ zu sagen, solange ich noch in guten Erinnerungen bleibe.

Meine zusammenfassende Einschätzung meiner Karriere

Ich fahre seit mittlerweile 18 Jahren, habe national fast alles erreicht und gehöre seit über 10 Jahren zu den stärksten deutschen Fahrern mit permanenter Präsenz in der Nationalmannschaft. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich aus meiner aktuellen Situation heraus noch mehr erreichen kann.

Ich bin insgesamt sehr zufrieden wie es gelaufen ist. Ich habe 2005 mit 19 Jahren direkt nach meinem Abi den Schritt als Profi nach England gewagt und mein Leben dem Sport gewidmet. Anfangs ohne große Unterstützung und technisch mit großen Defiziten habe ich es geschafft in meinem englischen Team, den „Ipswich Witches“ in der Elite League über 5 Jahre eine feste Größe zu sein. 2007 wurde ich als Fahrer des Jahres ausgezeichnet. Diese Zeit war sehr intensiv und ich habe vieles gelernt, sowohl für den Sport als auch persönlich habe ich einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Ich bin außerdem für über 6 Jahre in der polnischen Liga gefahren, zum Teil in der Ekstraliga, der stärksten Liga der Welt. Das Gefühl vor über 10.000 Zuschauern zu fahren, die einen frenetisch und sehr emotional anfeuern oder aber auch mal „auspfeifen“ ist unbeschreiblich und nicht zu übertreffen.

Ich habe einige Highlights erlebt, wie das Erreichen der Grand Prix Challenge 2007 und 2009 (als Reserve, verletzt abgesagt), die Deutsche Meisterschaft 2012, mehrere Bundesliga-Titel zuletzt mit Brokstedt 2014. Mit meinem polnischen Verein die 1. Liga zu gewinnen und in die Ekstraliga aufzusteigen war ebenfalls eines meiner Highlights. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Siege bei meinen Heimrennen. Darunter fallen vor allem die Siege vor heimischem Publikum in Dohren, aber auch die vier Siege in Folge bei der Night of the Fights in Cloppenburg sowie die Gewinne beim „Master of Speedway“ in Moorwinkelsdamm 2009 und 2012.

Ich bin insgesamt stolz auf meine Zeit und habe das Gefühl ich konnte einiges aus dem Sport mitnehmen. Ich habe mir viele positive Eigenschaften angewöhnt, wie Ehrgeiz, absolute Disziplin, Durchhaltevermögen, die schnelle Verarbeitung von Niederlagen, Zurückhaltung aber auch die Fähigkeit mich zu präsentieren, was mir auch in meiner beruflichen Entwicklung bisher schon weitergeholfen hat. Außerdem bin ich froh, über den Sport meinen Arbeitgeber (Elektro Koopmann) kennengelernt zu haben, der nach wie vor mein Hauptsponsor ist.

Ich bin mir über die gesamte Zeit immer selbst treu geblieben und bin auch im Nachhinein mit all meinen Entscheidungen im reinen. Ich blicke auf eine positive Zeit zurück und kann erhobenen Hauptes die Rennbühne verlassen. 

Mein Restprogramm

Ich möchte bei den letzten Rennen noch einmal alles geben und mich positiv von den Fans, meinen Sponsoren und meinen Unterstützern verabschieden. Deshalb auch die relativ frühe Bekanntgabe. Ich werde u.a. bei meinen langjährigen Vereinen Cloppenburg, Teterow, Brokstedt und schließlich zum Saisonabschluss Dohren noch die Gelegenheit haben, mich ausgiebig zu verabschieden.

26.08. Berghaupten: Speedway Team Cup mit dem Emsland Speedway Team Dohren

09.09. Teterow: Speedway GP; 1. Reserve

15.09. Cloppenburg: Night of the Fights

17.09. Olching: Deutsche Speedway Einzelmeisterschaft

30.09. Brokstedt: Bundesliga Finale 1 gegen Landshut

01.10. Neuenknick: Speedway Team Cup mit dem Emsland Speedway Team Dohren

03.10. Landshut: Bundesliga Finale 2

21.10. Dohren: Germany vs Rest of the World  (mein Abschiedsrennen!)

Meine Zukunft im Sport

Ich möchte dem Sport definitiv in irgendeiner Art und Weise erhalten bleiben. Ich gönne mir nach den 18 Jahren erst einmal eine Pause und werde dann schauen wie und wo ich mich einbringen kann. Es gibt in Speedway-Deutschland einige Bereiche, für die ich mir durchaus vorstellen kann mich zu engagieren. Definitiv werde ich mich aktiv weiter als Vorstandsmitglied in meinem Verein dem MSC Dohren engagieren und das neue gegründete Emsland Speedway Team Dohren unterstützen. Alles Weitere muss man sehen.

Meine abschließenden Worte

Ich möchte mich bei all meinen Fans, Freunden und Unterstützern für eine unvergessliche Zeit bedanken. Mein ganz besonderer Dank gilt meinem Vater, der von Anfang bis Ende dabei war und mich durchgehend und kompromisslos unterstützt hat. Es gab keinen einzigen Moment an dem er mich im Stich gelassen hat oder nicht hinter mir stand und deshalb möchte ich mich bei ihm ganz besonders bedanken! Ein riesen Dank gilt aber auch allen anderen in meinem Team, die immer hinter mir standen und die ganzen Strapazen mitgetragen haben. Meinen Brüdern Christof und Hendrik, meiner Mutter, meinem langjährigen Sponsor und Freund Carsten Schwalbe, Heinz Düing und Dietmar Glaner und ganz besonders meiner Freundin Chrissi, die seit 2004 über 13 Jahre alles mitgemacht und mich immer unterstützt hat. Jetzt freue ich mich auf meine neuen Aufgaben bei der Koopmann Niederlassung in Hamburg und daneben auf etwas mehr Zeit für mein Privatleben :-)

Danke & Goodbye